
Inwiefern ist Jesus der wahre Weinstock?
Januar 22, 2026Inwiefern ist Jesus das Licht der Welt?
Vor ein paar Wochen habe ich im kleinen Waldstück neben unserem Haus Holz gemacht und gesehen, wie sich die Bäume nach der Sonne ausstrecken: In der Mitte schießen sie in die Höhe, am Rand recken lange Äste sich nach der lebensspendenden Kraft. Da fiel mir ein, dass Jesaja die Auswirkungen der Predigt Christi wie folgt voraussagte:
„Der Geist des HERRN, des Herrschers, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden … dass sie genannt werden ‚Bäume der Gerechtigkeit‘, eine ‚Pflanzung des HERRN‘ zu seinem Ruhm“ (Jes 61,1.3).
Gott rief das Licht ins Dasein, indem er sprach: „Es werde Licht!“, und es wurde Licht – eine Wirklichkeit, die weder reine Energie noch Materie ist und bis heute ein Geheimnis für uns bleibt (1Mose 1,3). Er setzte auch Lichtträger ein: „Das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht; dazu die Sterne“ (1Mose 1,16). Das größere Licht – die Sonne – ist ein Kernfusionsreaktor von gewaltigen Ausmaßen und Energie, der die Erde mit überwältigender Kraft überflutet. Das vergessen wir leicht – beschäftigt und abgelenkt von Dingen geringerer oder gar keiner Herrlichkeit –, bis wir uns durch eine finstere Nacht tasten oder uns danach sehnen, dass die kurzen, dunklen Wintertage endlich dem Frühling und dem langen Sommerlicht weichen. Licht ist Leben.
Doch das Licht ist auch ein Bild für das Heil. Die Feuersäule bedeutete für Israel Rettung, während Ägypten in Finsternis lebte (vgl. 2Mose 14,20). Der Leuchter erleuchtete die zwölf Schaubrote – ein Sinnbild, für den Segen Gottes über die Stämme Israels: „Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir“ (4Mose 6,24–27). Der Psalmist ruft aus: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil“ (Ps 27,1). Im Gegensatz dazu ist diese Welt wegen der menschlichen Sündhaftigkeit Finsternis. Ungehorsam hat zur Folge, dass der natürliche Mensch „wie ein Blinder im Dunkeln umhertappt“ (5Mose 28,29). Doch der Weg des Heils wird vom Wort Gottes erleuchtet, das eine Leuchte für unsere Füße und ein Licht auf unserem Weg ist (vgl. Ps 119,105).
Von Dunkelheit ins Licht zu gehen, bedeutet, gerettet zu werden. Als Jesus daher sagte: „Ich bin das Licht der Welt“, beanspruchte er damit sowohl strahlende Herrlichkeit als auch rettende Macht (Joh 8,12).
Mit dieser Aussage bekräftigt Jesus seine Gottheit. Er ist der ewige, aus sich selbst existierende „Ich bin, der ich bin“, der Schöpfer von Sonne, Mond und Sternen (vgl. 2Mose 3,14). Er ist der Urheber und das Urbild der Herrlichkeit des Lichts. Er ist der Herr, der Licht ist – wie Johannes schrieb: „Dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist“ (1Joh 1,5). Er ist der Mittler des göttlichen Lebens und geht hervor aus dem Vater – aus jenem Vater, der im Licht wohnt und dessen Herrlichkeit für uns unerreichbar strahlt. Johannes 1,4–5 sagt über Jesus: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.“ Diese Aussagen werden klarer, wenn wir zuerst an die Schönheit des natürlichen Lichts denken – besonders an die Sonne – und dann unsere Gedanken auf die Majestät von Vater, Sohn und Heiligem Geist richten. Der hellste Stern, ja, alle Sterne, sind nur ein winziger Hinweis auf das ewige Gewicht der Herrlichkeit unseres Gottes.
Doch Jesus sprach auch von seinem Erlösungswerk. Er ist die einzige Quelle geistlichen Lebens in einer Welt, die von der Finsternis der Sünde erfüllt ist. Maleachi kündigte das Kommen des Messias an: „Euch aber … wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein]“ (Mal 3,20). Das verklärte Angesicht Jesu leuchtete wie die Sonne (vgl. Mt 17,2). Paulus sah in einer rettenden Vision die Herrlichkeit Jesu Christi heller als die Sonne (Apg 26,13). Johannes sah, dass das Angesicht Christi „leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft“ (Offb 1,16–20). Wenn wir Christen werden, dann deshalb: „Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi“ (2Kor 4,6). Das größere Licht – der Sohn – deckt durch seine lodernde Heiligkeit unsere Sündhaftigkeit auf und lässt dann reinigende und lebensspendende Kraft in die tiefsten Winkel unseres Herzens strahlen. Jesus leuchtete hell am Kreuz, noch heller am leeren Grab und heller noch in erhöhter Herrlichkeit. Seine Wiederkunft wird wie ein einziger, die ganze Welt erhellender Blitz sein. All dieses Licht wird der Welt im Evangelium angeboten; es wird empfangen durch einfachen Glauben an Jesus Christus.
Wenn wir Jesus vertrauen, geschieht eine bleibende Veränderung: „Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). Wie Paulus sagt: „Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts!“ (Eph 5,8). Durch unsere Einheit mit Christus scheint sein Licht auf unseren Weg. Das sollte uns trösten, besonders wenn wir uns dem Widerstand der Welt gegenübersehen. Es sollte uns auch ermutigen, dafür zu beten, dass Menschen unsere guten Werke sehen, unseren Vater im Himmel verherrlichen und zum Licht kommen.
Johannes sagt zudem, dass das Leben Christi das Licht der Menschen ist (vgl. Joh 1,4). Wir kommen nicht einfach zum Licht und ziehen dann weiter. Vielmehr sehnen wir uns danach, dass die Herrlichkeit des Himmels uns immer mehr erleuchtet. Wir haben im Angesicht Gottes eine Herrlichkeit gesehen, die die feurig aufgehende Sonne überstrahlt – und nun hungern wir nach seiner erhabenen, unumschränkten Herrlichkeit. Und wenn unsere kleine Sonne sich verfinstert und der Mond zu Blut wird, wird das das Zeichen sein, dass wir an der Schwelle zum Leben in der ungetrübten Herrlichkeit des dreieinigen Gottes stehen. Unsere Blätter werden sich dem Licht des Lebens zuwenden, das unablässig vom Thron her strömt, im Zentrum einer Stadt, die weder Sonne noch Mond nötig hat, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie (vgl. Offb 21,23). Der Herr wird unser Licht sein, und er wird von Ewigkeit zu Ewigkeit herrschen.
Das alles ist es, was Jesus meinte, als er sagte: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12).
Dieser Artikel ist Teil der Sammlung „Ich bin“-Worte von Jesus.
Dieser Artikel wurde ursprünglich in der Zeitschrift Tabletalk veröffentlicht.


